Ein FÖTA-Projekt
Sommertheater Wesenufer - Das Theaterfestival im oberen Donautal
Inszenierung:

Der Klassiker von Nestroy zeigt in humorvoller Weise die menschlichen Schwächen auf, die in der heutigen, schnelllebigen Zeit mehr den je Gültigkeit besitzen. Die Versuchungen heute sind zwar wesentlich vielschichtiger als zu Nestroys Zeiten, aber auch heute gilt genauso wie damals: mit den richtigen Anreizen kann der Mensch mithilfe seines Willens den Versuchungen widerstehen.

In der Neuinszenierung von Nestroys‘ Lumpazivagabundus wird auf aktuelle gesellschaftspolitische Themen und Tendenzen eingegangen. Das Stück bietet dabei keine Schwarz-Weiß-Sichtweise, sondern bildet die Vielschichtigkeit des Lebens ab. Es zeigt auf der einen Seite Menschen, die mit den vielfältigen Einflüssen schlichtweg überfordert sind und sich den Versuchungen hingeben, und auf der anderen Seite Menschen, die mithilfe der Rückbesinnung auf die wahren Werte des Lebens diese Einflüsse nicht nur bewältigen, sondern sich diese auch zunutze machen.

Das „Feenreich“ wird dargestellt als moderne Diktatur mit mafiosen Strukturen, in der die Menschen zwar über einen Überfluss an materiellen Gütern verfügen, aber unter einem Mangel an persönlicher Freiheit und Entwicklung leiden und von innerer Leere erfüllt sind. Die oberflächliche Lebensweise führt bei der jungen Generation schließlich zum Ausbruch, zur Rebellion gegen das System. Sie flüchten sich in Exzesse, verprassen ihr Geld und erliegen den verschiedenen Süchten - Sex, Spiel, Drogen & Alkohol!
Der These von Fortuna, dass die Betroffenen allein durch Wiederbereicherung ihr Glück finden würden, steht die Anti-These von Amorosa entgegen, nach deren Ansicht oberflächliche, materielle Dinge nicht glücklich machen können, sondern die Menschen nur durch die wahre Liebe ihre innere Leere füllen und ihr Glück finden können.

Der Regisseur will damit die gesellschaftliche Verharmlosung dieser Süchte und den zunehmenden Verfall der wahren Werte aufzeigen. Das Stück ist daher nicht als reine Komödie zu sehen, sondern vielmehr als Satire, als Appell an die Menschheit, die aktuellen dystopischen Tendenzen in unserer Gesellschaft ernst zu nehmen.

Musik:

Als musikalische Untermalung wurden klassische Stücke von Offenbach, Shostakovich, Schubert, Liszt, Johann Strauss, Larionow und Chopin gewählt, die großteils von der rumänischen Ausnahme-Panflötistin Andreea Chira live gespielt werden.

Lumpazivagabundus

von J. N. Nestroy
Regie:  Reinhold Gugler
Synopsis:

Im Feenreich herrscht „Sodom und Gomorrha“. Die Söhne und Töchter sind vom bösen Geist Lumpazivagabundus befallen: sie verjubeln das elterliche Erbe - Sex, Spiel, Drogen & Alkohol.
Lumpazivagabundus quittiert den Vorschlag des Feenkönigs, Fortuna solle ihnen wieder Reichtum bringen, lediglich mit einem höhnischen Lachen. Denn Geld allein schafft weder Sittlichkeit noch Glück, solange keine wahre Liebe dabei ist.
Die von sich überzeugte Glücksgöttin Fortuna fühlt sich von der Liebesgöttin Amorosa gekränkt und schließt mit ihr eine Wette ab, um zu zeigen, dass sie die Mächtigere ist.
Dafür wählt Fortuna drei Handwerksburschen - Leim, Knieriem und Zwirn - die aus unterschiedlichen Gründen zu vazierenden Gesellen geworden sind und die sie in der Lotterie gewinnen lässt.
Werden jene dadurch ihrem lotterhaften Lebenswandel abschwören können?
Ist Geld oder Liebe stärker?
Leim, Hilaris
Knieriem, Mystifax, Hackauf, Strudl
Zwirn, Fludribus
Stellaris, Pantsch, Hobelmann
Fortuna, Tänzerin 1, Nannette, Gertraud, Windwachel
Amorosa, Musik (Panflöte), Laura
Brillantine, Fassel, Maler, Camilla, Reserl
Peppi, Tänzerin 2, Hannerl
Lumpazivagabundus

Regie, Bühnenbild, Ausstattung, Technik:
Produktion:
David Ignjatovic
Philipp Lernbaß
Andreas Wutte
Franz Fent
Elisabeth Kofler
Andreea Chira
Madeleine Steinwender
Julia Baldessari
Reinhold Gugler

Reinhold Gugler
FÖTA
Besetzung:
Nestroy als Knieriem
Lumpazivagabundus - Nestroy
Dauer:  ca. 2h 30min (inkl. 2 Pausen)
Die Zauberposse "Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt" von Nestroy wurde dem breiten Publikum vor allem durch die zweimalige Verfilmung (1936, 1956) mit Paul Hörbiger als Knieriem bekannt gemacht.
facebook-Seite
© 2016, Reinhold Gugler